Im Jahr 2026 sind wir bei kleinen queeren Jugendgruppen in eher ländlichen Regionen in Baden-Württemberg zu Gast und spielen ein Drag-Theaterstück.
Damit machen wir sichtbar, was durch eine starke Hetero-Normativität gerade in ländlichen Regionen oft unter der Oberfläche versteckt ist. Wir zeigen, dass es queere Menschen überall gibt. Und wir werben dafür, dass die Gesellschaft jeden Menschen in seiner Persönlichkeit annimmt. Jede_r sollte die Freiheit haben sich frei zu entfalten, ohne Einschränkung durch zugeschriebene Rollen-Erwartungen.
In größeren Städten gibt es einerseits häufiger Anlaufstellen für queere Jugendliche, eine Community, die Selbsthilfe bieten kann oder zumindest Selbstsicherheit, ein Gefühl von „Du bist nicht allein“. Andererseits besteht dadurch auch eine höhere Sichtbarkeit von queerem Leben in der lokalen Gesellschaft (Medienlandschaft, Nachbarschaft, Bekanntenkreis), was zur Akzeptanz beiträgt.
In kleineren Städten und insbesondere in Dörfern fehlt sowohl die Infrastruktur als auch die Sichtbarkeit. Das hat zur Folge, dass insbesondere Jugendliche Schwierigkeiten in ihrem Coming-Out erleben. Mit dem Projekt nehmen wir queeren jungen Menschen ein Stück Angst davor, sich in der Familie, bei Freunden oder im Verein zu öffnen und zu ihrer Identität zu stehen (öffentliches Coming-Out). Dadurch können sie ihre Persönlichkeit frei entfalten und selbstbewusst unsere Gesellschaft mitgestalten.
Mit QDL 3.0 intensivieren wir die Erfahrung für die Jugendlichen. In einem Theaterstück ist die Erfahrung nochmal intensiver und ein Nachgespräch mit der Drag-Performer*in eröffnet ein persönlichere Ebene.
Außerdem bieten wir den Jugendgruppen auch außerhalb der Vorstellung Unterstützung und Beratung an, damit sie sich gut entwickeln können. Die Jugendgruppen sind oft die einzige Anlaufstelle für Jugendliche in ländlichen Regionen. Wir setzen uns dafür ein, dass es mehr und dauerhafte Angebote gibt.